Am 3. Mai 1921 hatte ein kalter Blitzschlag die aus dem 15. Jahrhundert stammende Sankt-Quirinus-Kapelle in Krälingen zum großen Teil zerstört.
„Die ganze Inneneinrichtung und sämtliche Fenster, die erst im Jahre 1913 neu gemalt und eingesetzt waren, wurden vernichtet", berichtet die Schulchronik.
Damals hatte man beim Abbruch des Altars eine Urne mit Reliquien und Siegel aus dem 13. bzw. 14. Jahrhundert gefunden. Mit seiner gewaltigen Explosionskraft hatte der Blitz die Grundmauern erschüttert und große Risse im Mauerwerk ausgelöst. Die renovierte Kapelle wurde im Frühjahr 1922 eingeweiht. Im Turm schlägt eine Glocke aus dem Jahr 1624, die die Inschrift trägt: „Jesus, S. Maria, Ora pro nobis". Daneben gibt es eine weitere Glocke aus dem Jahr 1860 der Glockengießerei in Neuwied.
1929 wurde eine Sakristei angebaut und das Tonnengewölbe durch eine flache getäfelte Holzdecke ersetzt, die Empore erweitert und der Altar an das Ende des Chors platziert. Anfang der fünfziger Jahre entschied man sich, das Gotteshaus zu erweitern. Eigens zu dem Zweck, „die alte, sich sehr gut ins Landschaftsbild einpassende Kapelle zu erhalten und zu vergrößern" und die Mittel aufzubringen, „in der Kapelle einen regelmäßigen Gottesdienst zu ermöglichen", hatten Krälinger Bürger 1949 den Kapellenverein Sankt Quirinus ins Leben gerufen.
Im August 1951 wurde das Projekt in Angriff genommen und im Jahre 1952 vollendet.
Zu Beginn der 1980er Jahre zeigte sich immer mehr, dass die Kapelle einen hohen Instandhaltungsbedarf hatte. Die Bewohner von Krälingen und Häselingen beschlossen, jedes Jahr im Juli das weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte und beliebte Kapellenfest abzuhalten und die Erlöse für die Kapelle einzusetzen. Der Altarraum konnte ausgebaut werden, ein neuer Fußboden wurde verlegt, eine neue Holzdecke und ein elektrisches Läutewerk wurde eingebaut, neue Kirchenbänke und eine Lautsprecheranlage angeschafft. Im Jahre 2020 musste das Schieferdach erneuert werden und 2025 war ein neuer Innenanstrich fällig. Ohne die Erlöse aus dem Kapellenfest sowie die über die Jahrzehnte hohe Spendenbereitschaft der Dorfbewohnerinnen und -bewohner, könnte man heute keine so schmucke Kapelle bestaunen.
Einen besonderen Höhepunkt im kirchlichen Jahreskreis stellt seit über 35 Jahren das Krippenspiel der Kinder am Heiligen Abend dar. Über 30 Kinder stellen mit viel Freude und Engagement im Rahmen eines Wortgottesdienstes mit Texten und viel Gesang die Weihnachtsgeschichte dar. Dies gehört seither zur Weihnachtstradition einfach dazu.
